„Und ewig nackt die Schnecke“ – Michaela Hinterleitner

Im Rahmen von [rookie-zucki] am 20. & 22. November 2012

In den Tiefen der Existenz lauert das Unheimliche. Es geht ums Fressen und Gefressen-Werden.

Ein Grün quält sich mit aller Kraft aus der Erde, gleich hat es den Durchbruch geschafft. Ans Licht und an die frische Luft. Ein Geburtsvorgang, den viele sauerstoffatmende Organismen erleben. Der Prozess ist mannigfaltig. Dennoch ist das nur ein erster Schritt. Ständig ist man im Leben bedrohlichen Situationen ausgesetzt. Auch als Grashalm muss man um sein Leben bangen. Kaum hat man sich aus der Erde herausgewurstelt, nahen die Feinde. Da hilft auch die schönste Idylle und Edvard Griegs Morgenstimmung nicht. Wenn das elementare Grollen naht, ist auch das Grauen nicht weit. Der Tod klopft an. Und er macht vor keinem Halt, ob aus organischer oder anorganischer Masse beschaffen. Soviel steht fest. Der Ausgang ist von Shakespear’schem Ausmaß. Und ökologisch wertvoll – wobei es sich hierbei weniger um den dazu gehörigen Fußabdruck, sondern mehr um das Glitzern einer Schleimspur handelt.

Die Geräuschebene wird detailreich ausgekostet und gibt in teils rasantem Tempo den Rhythmus vor. Durch die starke Betonung auf Atmosphäre und die von den Objekten vorgegebene Sprache kommt das Stück ohne Dialoge aus. Im Spiel kommt es zum Bruch der Schattenspielebene durch Eindringen von realen Dingen hinter die Leinwand. Die Metamorphose bewegt sich in beide Richtungen, denn genauso manifestieren Objekte sich von der 2D-Ebene in die 3D-Ebene.

Konzept, Regie, Dramaturgie, Bühnenbild, Figuren, Spiel: Michaela Hinterleitner

Co-Regie: Andreas Pfaffenberger

Mitarbeit  Bühnenbild, Figuren, Objekte: René Van de Vondervoort

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